"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."

"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"

(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)
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20. September 2015

Existentielles Christentum in Taufe und Firmung


Wir wissen, was die Urgeschichte ist und wie eben GOTT ist. Der Teufel wollte die Menschheit schlagen im Paradies; GOTT nimmt nicht die Sünder weg, sondern ER läßt sie an CHRISTUS teilnehmen im unauslöschlichen Merkmal von Taufe und Firmung. Verzeihen Sie, was ist Adam dagegen? Ist Adam, und als er sich wieder zurückgetastet hatte in GOTT, zu vergleichen mit einem Christen, der getauft und gefirmt ist? Der den HEILIGEN GEIST in sich trägt? Der das unauslöschliche Merkmal der Taufe an sich hat? Das hat Adam nicht gehabt. Das ist GOTT! Weil der Satan den Menschen betrügen wollte, GOTT nimmt die Wirkung ernst und schafft daraus buchstäblich ein existentielles Christentum in Taufe und Firmung. Seien wir uns dessen ganz bewußt! …

In der Zeit stehen wir drinnen. Wie notwendig ist es, diese zwei Sakramente in sich zu tragen, das doppelte unauslöschliche Merkmal der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Bruderschaft mit JESUS CHRISTUS. Wir tragen das ewige Antlitz der Heiligsten Dreifaltigkeit, den Widerschein dessen in uns. GOTT wollte, daß wir so weit in Ihn hineinreichen, als es überhaupt einem Geschöpf möglich ist; wie Adam nicht hineingereicht hätte. GOTT nimmt die Ursünde des Adam ernst und stellt als konträres Gegenteil nicht die Unschuld des Paradieses, sondern die Verwandtschaft mit dem Dreifaltigen GOTT und das Brudersein mit JESUS CHRISTUS. Das ist es eigentlich, was die christliche Seele ist und warum sie notwendig der Taufe und Firmung bedarf.

Im eigentlichen Sinn ist der unauslöschliche Charakter dem Priestertum eigen und bedeutet die tiefstmögliche Vereinigung mit dem opfernden Priester - eben das unauslöschliche Merkmal. Aber GOTT wußte auch Mittel und Wege, um auch die Gläubigen daran teilnehmen zu lassen. Und das ist das Merkwürdige, wenn es nicht Thomas gesagt hätte: Daß in jedwedem Sakrament, das natürlich der Priester vollzieht, jedweder Gläubige teilnimmt am Opfer CHRISTI und teilnimmt am opfernden CHRISTUS am Kreuz; und daß diesen Prozeß, der am Kreuze begonnen hat, jede getaufte Seele weiterführt und zur Vollendung führt, daß der Opfertod CHRISTI auf diese Weise in jeder Seele seine Vollendung erlebt. Die drei Sakramente lehren den Menschen, sich zu tiefst zu vereinigen, aus der Urfähigkeit, opfern zu können. Auch der Gläubige kann opfern.



Unser gläubiges Volk ist sich dessen ganz bewußt, daß es sich nichts mehr dabei denkt: "Geh, opfere das GOTT auf." Sagen Sie das einmal einem Ungetauften. Ist ja nicht möglich! Warum? Weil auch der Getaufte, der nicht Priester ist, am Opfercharakter teilnimmt. Ohne Priester zu sein, können diese Handlungen in die Opferhandlung CHRISTI einbezogen werden. Es kommt darauf an, daß wir mit Ihm in Beziehung stehen, und geben Sie acht: Ob Priester oder nicht Priester, der Getaufte ist nicht nur empfangend, er ist Mitopfernder, er nimmt am Opfer CHRISTI teil und kann für andere opfern. Das reine Wunder, das wir so gewohnt sind, daß es uns keinen Eindruck mehr macht.

Der Priester kann nur verwandeln, aber das Opferbringen in JESUS CHRISTUS kann jeder Getaufte und jeder Gefirmte. Darum ist Firmung so zu betonen, weil gerade Firmung die Beseligung im HEILIGEN GEISTE betont und getätigt hat.

Was also der Sinn der sieben Sakramente schlechthin ist, ist das Eine: Getauft zu sein und den Charakter bekommen zu haben, am Opfer CHRISTI aktiv in der Messe teilzunehmen und die Opfergaben weiterzuleiten und so den Kampf aufzunehmen, sodaß die Kraft so geballt ist wie möglich - darum die Notwendigkeit der Firmung. Wir sind so sehr daran gewöhnt, vom Taufcharakter zu sprechen, daß es uns keinen Eindruck mehr macht. Und gerade durch den Taufcharakter kann ich an den Früchten aus dem Opfer JESU CHRISTI teilnehmen und ohne dieses Prinzip wäre es unmöglich, die Leiden für einen anderen aufzuopfern. Ich bringe mich zum Opfer, ich lege es unmittelbar in CHRISTUS hinein und ER steuert es und leitet es weiter - das ist nur möglich mit Tauf- und Firmcharakter. Darum gehört Firmung so stark mit hinein, weil die Gnade der Taufe gerade den Zweck des Opferns und des Bekenntnisses unterstreicht und die Seele zutiefst getränkt wird.


1964

16. Mai 2011

Sacerdos in aeternum

Unserm Neupriester Alipius, wenn auch verspätet, meine Glück und Segenswünsche zu seiner Priesterweihe. Mögest Du, mit Gottes Gnade, eine reiche Ernte einbringen.

7. September 2010

in persona Christi

Von Mitleid bewegt, hat der Herr das Wort Gottes ausgelegt - er selbst ist das Wort Gottes - und Orientierung gegeben. Das ist die Aufgabe von „in persona Christi", die dem Priester zu Eigen ist, die Funktion, in der Verwirrung, in der Orientierungslosigkeit unserer Zeit das Licht des Wortes Gottes gegenwärtig zu machen: das Licht, das Christus selbst in dieser unserer Welt ist.


Der Priester lehrt somit keine eigenen Vorstellungen, keine Philosophie, die er selbst erfunden oder gefunden hat oder die ihm gefällt; der Priester spricht nicht „aus sich heraus", er spricht nicht „für sich", um sich Bewunderer oder eine eigene Anhängerschaft zu sammeln. Er spricht nicht von eigenen Dingen, von eigenen Erfindungen, sondern in der Verwirrung aller Philosophien lehrt der Priester im Namen des gegenwärtigen Christus, er legt die Wahrheit vor, die Christus selbst ist, sein Wort, seine Art zu leben, seine Art, voranzugehen.

Für den Priester gilt, was Christus über sich selbst gesagt hat: „Meine Lehre stammt nicht von mir" (Joh 7,16); Christus also schlägt nicht sich selbst vor, sondern er ist als Sohn die Stimme, das Wort des Vaters. Auch der Priester muss immer so handeln: „Meine Lehre stammt nicht von mir, ich verbreite nicht meine Vorstellungen oder was mir gefällt, sondern ich bin Mund und Herz Christi und lasse diese einzige und gemeinsame Lehre gegenwärtig werden, die die universale Kirche geschaffen hat und die ewiges Leben erzeugt".

Diese Tatsache, dass der Priester keine eigenen Ideen erfindet, schafft und verkündigt, insofern die Lehre, die er verkündet, nicht von ihm stammt, sondern von Christus, bedeutet andererseits nicht, dass er neutral wäre, gleichsam ein Sprecher, der einen Text liest, den er sich vielleicht nicht zu Eigen macht. Auch in diesem Fall gilt das Vorbild Christi, der gesagt hat: Ich bin nicht von mir und ich lebe nicht für mich, sondern ich komme vom Vater und lebe für den Vater. Daher ist in dieser tiefen Identifizierung die Lehre Christi die Lehre des Vaters, und er selbst ist eins mit dem Vater. Der Priester, der das Wort Christi verkündigt, den Glauben der Kirche und nicht seine eigenen Ansichten, muss auch sagen: Ich lebe nicht aus mir und für mich, sondern ich lebe mit Christus und aus Christus, und deshalb wird das, was Christus uns gesagt hat, mein Wort, auch wenn es nicht meines ist. Das Leben des Priesters muss sich mit Christus identifizieren, und auf diese Weise wird das nicht Wort, das nicht ihm eignet, dennoch ein zutiefst persönliches Wort. Zu diesem Thema hat der heilige Augustinus über die Priester gesagt: „Wir Priester - was sind wir? Diener Christi, seine Knechte; denn was wir an euch austeilen, gehört nicht uns, sondern wir entnehmen es seinem Vorratsraum. Und auch wir leben davon, da wir Knechte sind wie ihr" (Rede 229/E,4).