Ein Mann in einem grauen, zu kurzen Anzug, der im Restaurant allein am Tisch sitzt, ruft plötzlich »Psst!« in die dahinplappernde Menge der Gäste, so laut, daß alle, nachdem er dies zwei Mal wiederholt hat, zu seinem Tisch hinblicken und das Stimmengewoge stockt, beinahe versickert und nach einem letzten, kräftigen »Psst!« des Mannes endlich einer Totenstille weicht. Der Mann hebt den Finger und sieht horchend zur Seite und alle anderen horchen mit ihm still zur Seite. Dann schüttelt der Mann den Kopf: nein, es war nichts. Die Gäste rühren sich wieder, sie lachen albern und uzen den Mann, der sie zu hören ermahnte und die gemischteste Gesellschaft in eine einträchtig hörende Schar verwandelt hatte, wenn auch nur für Sekunden.
Botho Strauß
"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."
"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"
(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)
"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"
(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)
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29. Dezember 2013
26. Januar 2013
Demokratie
"Ich bin Demokrat, weil ich an den Sündenfall glaube. ... Die Menschheit ist so tief gefallen, daß man keinem Menschen die uneingeschränkte Macht über seine Mitmenschen anvertrauen kann. Aristoteles hat einmal gesagt, manche Leute eignen sich nur als Sklaven. Ich widerspreche ihm nicht. Aber ich bin gegen die Sklaverei, weil es niemanden gibt, der sich zum Herrscher eignen würde. "
C.S. Lewis: Gleichheit (1943)
13. Januar 2013
7. Mai 2011
Atempause
"Je mehr wir versuchen, Zeit zu sparen, desto schneller vergeht sie. Statt dessen gilt es ... Pausen und Wartezeiten bewusst zu erleben, als Zeiten zum Nachdenken und Verarbeiten, aber auch „einfach“ zum Abschalten – für das kleine Glück zwischendurch."
Gefunden bei Josef Bordat in seinem Plädoyer für die Langsamkeit.
Gefunden bei Josef Bordat in seinem Plädoyer für die Langsamkeit.
27. Februar 2011
Christ in der Welt 2 (Weisen des Widerstandes)
Theologische Überlegungen zum Verhältnis Kirche/Staat beriefen sich traditionellerweise fast nur auf Röm 13,1–7 (vgl. 1 Tim 2,1–2; Tit 3,1; 1 Petr 2,13–17), und sogar autokratische Regierungen verlangten Gehorsam mit Berufung auf diesen Text. Paulus macht eine allgemeine Feststellung über die legitime Autorität und stützt sich auf die Überzeugung, dass Gott in einer Gesellschaft Ordnung will und nicht Anarchie und Chaos. Auch die Christen hängen vom Schutz durch den Staat ab und von einer langen Reihe von Dienstleistungen; sie teilen mit ihm viele Werte und können sich ihrer zivilen Verantwortung und der Teilnahme am sozialen Leben nicht entziehen.
Aber nach einem Jahrhundert, in dem totalitäre Regime Konti- nente verwüstet und Millionen von Menschen hingemordet haben, muss diese Auffassung des Verhältnisses zum Staat ergänzt werden durch die Sicht der Offenbarung, die den dämonischen Einfluss eines Staates beschreibt, der sich an die Stelle Gottes setzt und alle Macht für sich beansprucht. Ein solcher Staat orientiert sich an Werten und Haltungen, die dem Evangelium widersprechen. Er setzt seine Bürger unter Druck und verlangt völlige Gleichschaltung; er grenzt die aus, die sich weigern, oder tötet sie. Die Christen sind gerufen, „weise“ zu sein, um die Zeichen der Zeit lesen zu können und die wahre Wirklichkeit eines Staates kritisieren und demaskieren zu können, der zum Sklaven des Dämonischen wird, und auch eines luxuriösen Lebensstiles auf Kosten anderer. Sie sind gerufen, Politik, Wirtschaft, Handel ins Licht des Evangeliums zu stellen und in diesem Licht die konkreten Projekte für das Funktionieren der Gesellschaft zu prüfen. Weil die Christen aus der Zeit, in der sie leben, nicht ausziehen können, müssen sie eine eigene Identität erwerben, die sie fähig macht, ihren Glauben in geduldiger Ausdauer und prophetischem Zeugnis zu leben. Sie sind auch eingeladen, Weisen des Widerstandes zu entwickeln, die sie fähig machen, in Opposition zu gehen und das Evangelium zu verkünden und sich den dämonischen Mächten zu stellen, die durch die zivilen Institutionen handeln (vgl. Eph 6,10–20) und die heutige Welt beeinflussen.
26. Februar 2011
Christ in der Welt 1
Das Buch der Offenbarung zeigt zwei große Mächte, die in der Welt am Werk sind: das Reich Gottes mit Jesus und seinen Gläubigen und das Gegenreich des Satans, das im ganzen römi- schen Reich verbreitet ist. Die Christen leben also ihren Einsatz für Jesus inmitten einer irdischen Macht, die dämonisch beeinflusst ist, alles durchdringt und sich gegen Gott stellt. ...
Offb 17–18 beschreibt den Reichtum und Luxus der Hure Babylon (Rom), die zur Zerstörung verurteilt ist. Die Stadt symbolisiert die ganze heidnische Lebensweise (17,3–6) im völligen Gegensatz zu den Werten des Reiches; als Folge werden die Christen für ihr Zeugnis mit dem Leben zahlen (17,6). Die Stadt ist gekennzeichnet durch ihre Selbstgenügsamkeit (18,7); es handelt sich um eine Konsumgesellschaft, die vom Handel abhängt und in der sich jede Art von Luxus findet, um den Preis einer weit verbreiteten Sklaverei (18,11–13.22–23). Sie ist aggressiv gegen Jesus und seine Anhänger (17,14). Aber trotz ihres Ruhmes ist die Stadt von Gott verurteilt und wird unversehens zusammenbrechen. Durch die Klagen der Könige, der Händler und Seeleute (18,9–24) wird ihre Zerstörung dramatisiert. Die Christen werden eingeladen, „aus ihr auszuziehen“ (18,4), damit sie an ihren Verbrechen und ihrer Strafe keinen Anteil haben; sie werden aufgefordert, zu der schlechten Welt, die sie umgibt, auf Distanz zu gehen; sie brauchen „Weisheit“, die ihnen einen positiven Weg zeigt (vgl. 17,7.9). Sie freuen sich, wenn sie den Sieg Gottes über ihre Feinde sehen und die zerstörte Stadt schauen (18,20–23).
Diese Botschaft hat Beispielcharakter und kann auf alle Christen in ähnlichen Situationen angewendet werden; sie sind aufgefordert, sich gegen diesen hinterhältigen Druck zu wehren, der alles durchdringt. Dazu braucht es die Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu lesen und „die Zahl des Tieres“ (13,18) zu kennen in der sicheren Hoffnung, dass alle diese dämonischen Mächte für den Untergang bestimmt sind. Nur so werden die Christen fähig sein, die rechten Entscheidungen zu treffen und in Reife und Verantwortung ihr Leben zu führen.
4. Februar 2011
Fassungslos
Leider Gottes wird ein Baum heutzutage mehr gesetzlich geschützt als ein Menschenkind. Aber es ist auch eine Art die Menschen auf das Problem aufmerksam zu machen, wenn sie auch traurig stimmt.
"How awful and sad that this slogan is at all possible. A lot of people care about trees but not all people care about human beings. How sad that a child would have to say pretend I`m a tree."
"How awful and sad that this slogan is at all possible. A lot of people care about trees but not all people care about human beings. How sad that a child would have to say pretend I`m a tree."
1. Februar 2011
25. September 2010
Männlichkeit - wie geschaffen
Nach der Wester-welle tut es richtig gut von solcher Hinwendung zur Natur zu lesen. Man darf als Mann wieder Mann sein und das mit medialer Absegnung. Die Sonne scheint für Männer mit bewahrter Männlichkeit wieder zu lächeln. Ob das Wellen schlagen wird?
Zitat:
... Der Grund ist: die Sehnsucht nach Naturhaftigkeit, nach Authentizität. Und wer denkt da nicht wahlweise an kernige Cowboys, harte Rocker, markante Norweger oder auch galante Gentleman.
... Maskuline Rustikalität lautet das Stichwort, und da darf der Bart nicht fehlen ... „Das ist das urtypische Männersymbol, das den Mann von der Frau unterscheidet.“
... „Nach der Gleichmachung der Geschlechter sehnt man sich jetzt wieder nach einer Unterscheidbarkeit“ ... Die virtuelle Welt, in der wir zunehmend lebten, verlange nach Klarheit und Symbolkraft.
Zitat:
... Der Grund ist: die Sehnsucht nach Naturhaftigkeit, nach Authentizität. Und wer denkt da nicht wahlweise an kernige Cowboys, harte Rocker, markante Norweger oder auch galante Gentleman.
... Maskuline Rustikalität lautet das Stichwort, und da darf der Bart nicht fehlen ... „Das ist das urtypische Männersymbol, das den Mann von der Frau unterscheidet.“
... „Nach der Gleichmachung der Geschlechter sehnt man sich jetzt wieder nach einer Unterscheidbarkeit“ ... Die virtuelle Welt, in der wir zunehmend lebten, verlange nach Klarheit und Symbolkraft.
23. September 2010
Paulus an die Römer
8 Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. 19 Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart. 20 Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. 21 Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. 22 Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren. 23 Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen. 24 Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten. 25 Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. 26 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; 27 ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. 28 Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, sodass sie tun, was sich nicht gehört: 29 Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden 30 und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern, 31 sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen. 32 Sie erkennen, dass Gottes Rechtsordnung bestimmt: Wer so handelt, verdient den Tod. Trotzdem tun sie es nicht nur selber, sondern stimmen bereitwillig auch denen zu, die so handeln. |
22. September 2010
Objektive moralische Prinzipien
Bei all dem geht es um folgende zentrale Frage: Wo finden wir die ethische Grundlage für politische Entscheidungen? Die katholische Lehrtradition sagt, daß die objektiven Normen für rechtes Handeln der Vernunft zugänglich sind, ohne daß dazu ein Rückgriff auf die Inhalte der Offenbarung nötig wäre. Dementsprechend besteht die Rolle der Religion in der politischen Debatte nicht so sehr darin, diese Normen zu liefern, als ob sie von Nichtgläubigen nicht erkannt werden könnten. Noch weniger geht es darum, konkrete politische Lösungen vorzuschlagen, was gänzlich außerhalb der Kompetenz der Religion liegt. Es geht vielmehr darum, auf der Suche nach objektiven moralischen Prinzipien zur Reinigung und zur Erhellung der Vernunftanstrengung beizutragen. Diese „korrigierende“ Rolle der Religion gegenüber der Vernunft ist nicht immer willkommen, unter anderem weil entstellte Formen der Religion wie Sektierertum und Fundamentalismus sich selbst als Ursachen schwerer gesellschaftlicher Probleme erweisen können. Diese Verzerrungen der Religion treten ihrerseits dann auf, wenn der reinigenden und strukturierenden Rolle der Vernunft im Bereich der Religion zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist also ein Prozeß in beide Richtungen. Ohne die Korrekturfunktion der Religion kann jedoch auch die Vernunft den Gefahren einer Verzerrung anheimfallen, wenn sie zum Beispiel von Ideologien manipuliert wird oder auf einseitige Weise zur Anwendung kommt, ohne die Würde der menschlichen Person voll zu berücksichtigen. Ein solcher Mißbrauch der Vernunft war es ja auch, der den Sklavenhandel und viele andere gesellschaftliche Übel erst ermöglicht hat, nicht zuletzt die totalitären Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts. Darum würde ich sagen, daß die Welt der Vernunft und die Welt des Glaubens – die Welt der säkularen Rationalität und die Welt religiöser Gläubigkeit – einander brauchen und keine Angst davor haben sollten, zum Wohl unserer Zivilisation in einen tiefen und andauernden Dialog zu treten.
13. September 2010
Lieber rot als tot
Zum Geburtstag des Seligen Jerzy Popiełuszko, geboren am Fest der Kreuzerhöhung, 14.09.1947. Auch Geburttage sind sicherlich kein Zufall.
„Die Abwesenheit von Helden, die wissen, wofür sie sterben ist der erste Schritt zu den Leichenhaufen derer, die nur noch wie Vieh geschlachtet wurden.“
„Die Abwesenheit von Helden, die wissen, wofür sie sterben ist der erste Schritt zu den Leichenhaufen derer, die nur noch wie Vieh geschlachtet wurden.“
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Lech Wałęsa und der Sel. Jerzy Popiełuszko |
„daß ein Leben, das nicht bereit ist, sich selbst für seinen Sinn zu opfern, es nicht wert ist, gelebt zu werden.“
„Die Losung ‚Lieber rot als tot‘ irritiert mich nicht als Ausdruck der Kapitulation vor der Sowjetunion. Sie erschreckt mich als Ausdruck des Verzichts des westlichen Menschen auf den Sinn des Lebens und sein Bekenntnis zur unpersönlichen Macht als solcher. Diese Losung sagt nämlich in Wirklichkeit: Nichts lohnt das Opfer des Lebens. Nur daß ohne den Horizont des höchsten Opfers jedes Opfer seinen Sinn verliert. Oder: Es lohnt gar nichts mehr. Nichts hat Sinn.“
„Das ist die Philosophie der reinen Negation des Menschseins. Der sowjetischen Totalität hilft eine solche Philosophie nur politisch. Die westliche Totalität jedoch wird von ihr unmittelbar geschaffen. Ich kann mich, kurz gesagt, des Eindrucks nicht erwehren, daß die westliche Kultur viel mehr als von den SS20-Raketen von sich selbst bedroht wird.“
6. September 2010
Demokratischer Terror
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Alltag in den Favelas |
In Brasilien wollten die Kommunisten in den 60er Jahren ein zweites Paradies nach dem kubanischen Prinzipien aufbauen, was eine viel geschmähte Militärdiktatur verhindert hat. Danach wurde das kommunistische Gedankengut via Befreiungstheologie unters Volk gebracht. Es kam soweit, daß ein Großteil der Katholiken traditionell PT (Kommunistische Arbeiterpartei) wählten und noch wählen.
Zwei Fliegen mit einem Schlag: die Kirche verlor dadurch ihre Identität, weitgehend, und erholt sich von diesem Schlag erst ganz langsam und die Kommunisten kamen langsam, aber sicher an die Macht. Das Ergebnis ist Lula, ein Präsident, der seine Macht auf die große, arme und ungebildete Masse stütz.
Parallel dazu wuchs die Drogenguerilla, welche die Kommunisten finanziert. Eine schöne Symbiose. Nur daß alles mittlerweile außer Kontrolle geraten ist. Die Favelas sind ein Staat im Staat. Rein kommt, wem sie es erlauben - oder Du kommst rein, aber nie wieder heraus. Und die Polizei? Schaut mal den Film Tropa de Elite an.
Genug der Zeitgeschichte.
Genug der Zeitgeschichte.
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