"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."

"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"

(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)
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15. März 2019

Der Herr kann mich nicht vergessen!

 
Marterl
Quelle

Warum fällt es uns so schwer, diese Liebe GOTTES für ganz wahr hinzunehmen? Hätten wir Glauben genug, diese Liebe für ganz wahr und wirklich hinzunehmen, dann verlören Kreuz und Leid ihre Bitterkeit. Dann bekäme auf einmal das ganze Leben einen anderen Sinn. Dann gäbe es auf einmal nicht mehr die Furcht: Er hat mich verlassen, Er hat mich vergessen. Der Herr kann mich nicht vergessen.

28. November 2015

1517 - 1717 - 1917 - 2017

Weltkirchlich gedacht, sollen wir 2017 nicht nur der 1517 veröffentlichten protestantischer Thesen Luthers gedenken, sondern auch, 


daß vor 300 Jahren in Brasilien Fischern die Marienstatue der Nosssa Senhora Aparecida ins Netzt ging, und zwar zuerst der Körper der Statue, ohne den Kopf, und beim zweiten Auswerfen des Netzes der Kopf derselben. 

2017 sind es 100 Jahre, daß die Muttergottes den Hirtenkindern in Fatima erschienen ist.





22. Mai 2012

Griechen

Die Griechen leisten sich eine Verdunkelung des Geistes, die seit unvordenklichen Zeiten jede staatliche Ordnung umgeworfen hat: Politik. Nicht die unfruchtbare Politik der Abstraktion und Prinzipien, sondern die warme, grausame Politik des Herzens: Heldenverehrung, das Fördern von Parteien und Persönlichkeiten. Darin allein tun wir einen kurzen Blick in den bitteren Dualismus seines Herzens - eine innere Anarchie, die ihm keine Ruhe läßt. Ich habe einen Blick in den Jervis geworfen und war von der Wiederkehr des Gleichen überrascht: in alten wie in neuen Zeiten ist es derselbe Impetus, der die Dinge vorwärtstreibt: Streitsucht, Besessenheit, Stolz, Panik, Karrierismus.

Lawrence Durell, 9.10.1937

19. April 2012

Gegentag der Geschichte

Gegentag der Geschichte. – Das Wort von der »größeren, verlängerten Tageform oder dem Gegentag der dunkleren Geschichte – dieser ihrer göttlichen gethsemanischen Nachtwache gegen die Natur« aus dem Christlichen Epimetheus ist nur schwer in seinem vollen Gewicht zu fassen; man muß es buchstabieren.

Die »verlängerte Tageform« läßt, als Gegenbild des kurzfristigen Tages, auf den die »politische Neugier« blickt, an die tausend Jahre denken, die vor Gott sind wie ein Tag. Diese verlängerte Tageform begreift in sich auch den Gegentag, sozusagen die Nacht der dunkleren Geschichte; jene Nacht, in der sich vollzieht, was dem scheinbar rational Faßbaren des »Tages«-Geschehens     (»Entwicklung«, »Fortschritt usw.) als ein Widerpart zugeordnet ist. Wenn man die Geschichte auf die heilige Geschichte bezieht, so kann man vielleicht sagen: wie der Tagesseite der Menschwerdung des Logos die Nachtseite von Christi Leiden und Tod zugeordnet ist und wie diese Nachtseite des Leidens und Todes dem »natürlichen« Gang der Dinge, so wie der »natürliche« Mensch ihn versteht und will, entgegen ist, so auch ist die Nacht der Geschichte dem idealistischen Versuch des Begreifens und des Ausdeutens entzogen. Und wie in Christi Tod und Leiden das Eigentliche der Menschwerdung geschah – gegen die »Natur« –, so auch geschieht in der Geschichte überhaupt die Vollendung ihres »Tages«-Geschehens unter dem verhüllenden Schleier der Nacht – und gleichfalls »gegen die Natur«. Dies Letzte kann vieles bedeuten: es kann bedeuten, daß die Rettung (die ja nach Konrad Weiß »der gegen jeden Zugriff entscheidende Sinn der Geschichte« ist) sich unter dem Anschein des Verderbens und des Unterganges begibt – spes contra spem. Es kann auch bedeuten, daß die Geschichte, als dem Menschen zugehörig, ebenso wie der Mensch selbst, nicht in dem naiv und eigensinnig »Naturgemäßen« ihre Vollendung finden kann, daß vielmehr gerade ihre großen Aufschwünge alles Naturgemäße und damit alles Vorhersehbare durchkreuzen.
                                                                                                                        (1943) Josef Pieper

18. April 2012

Geschichte - Konrad Weiß

»Soweit wir heute bloß im Tage leben und die größere, verlängerte Tageform oder den Gegentag der dunkleren Geschichte – diese ihre göttliche gethsemanische Nachtwache gegen die Natur – nicht mehr wissen, erhebt sich die bloße politische Neugier. Die Vorgebote auf den Wegen der Geschichte aber sind halbblind, oder geteilt mit einer vertrauenden Blindheit und deshalb ohne eine Neugier, welche den Sinn in den täglichen Dingen befriedigen will.« Man sollte sich selbst und manchem Partner politischer Gespräche gegenwärtig halten, was in diesen Sätzen von Konrad Weiß ausgesagt ist. Man würde einesteils sich hingewiesen finden auf die Verborgenheit und Unfaßbarkeit dessen, was in der jeweilig heutigen Geschichte wirklich geschieht, und so nicht nur in die Möglichkeit gesetzt, den täglichen Andrang der Ereignisse mit größerer, tiefer verankerter Ruhe des Gemütes zu bestehen, sondern auch in den Stand, das einzelne und für den aus unmittelbarer Nähe Zuschauenden und Miterlebenden oft genug widrige Geschehen mit einer größeren, gelasseneren Gerechtigkeit, die dennoch nichts Un-Teilnehmendes an sich hätte, zu beurteilen.
 (1943) Notizen Josef Pieper