"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."

"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"

(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)
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17. November 2012

Mittelpunkt eines glücklichen Lebens

Vielmehr bleibt das Leben der hl. Gertrud auch weiterhin eine Schule des christlichen Lebens, des rechten Weges, und es zeigt uns, daß der Mittelpunkt eines glücklichen Lebens, eines wahren Lebens die Freundschaft mit Jesus, dem Herrn, ist. Und diese Freundschaft lernt man in der Liebe zur Heiligen Schrift, in der Liebe zur Liturgie, im tiefen Glauben, in der Liebe zu Maria, damit wir Gott und damit das wahre Glück, das Ziel unseres Lebens immer mehr wirklich kennenlernen. 

Papst Benedikt XVI, 6.10.2010

21. Oktober 2012

Heilige Kateri Tekakwitha- Die Lilie der Mohawks


Nach schriftlichen Aufzeichnungen von Jesuiten wurde Kateri im Jahr 1656 in der Mohawk-Siedlung Ossernenon im heutigen amerikanischen Bundesstaat New York als Tochter eines irokesischen Häuptlings und einer christlichen Algonkin geboren. Während die vorherige Generation noch ganz nach alten Traditionen lebte, wurde während der Jugend Kateris durch Missionare und Siedler das Leben der Indianer stark verändert.
Unter den Indianerstämmen grassierten zu dieser Zeit oft Pockenepidemien. Auch Kateris Familie wurde dadurch dezimiert. Beide Eltern und ihr jüngerer Bruder starben. Kateri überlebte zwar, erblindete aber beinahe (Tekakwitha heißt ‚die gegen Dinge stößt‘) und hatte ein stark durch die Pockennarben geprägtes Gesicht.
Kateri entschied sich gegen den Willen ihrer Verwandten für das Christentum und ein Leben der Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen, weshalb sie eine Verheiratung ablehnte. Sie wurde 1676 von dem Jesuitenpater Jaques de Lambertville getauft und daraufhin von ihren Angehörigen schwer misshandelt und geächtet. Sie floh in eine christliche Siedlung in der Gegend des heutigen Montreal, wo sie ein Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ablegte. Sie arbeitete als Katechetin, besuchte täglich die Heilige Messe und kümmerte sich um Arme und Kranke. Durch Entbehrungen und asketische Lebensweise geschwächt, starb Kateri Tekakwitha am 17. April 1680 im Alter von nur 24 Jahren. Ihre letzte Worte waren laut der Überlieferung „Jesus – Maria – ich liebe euch“. Augenzeugen berichteten, dass die Pockennarben wenige Minuten nach ihrem Tod von ihrem Gesicht verschwanden.

18. November 2011

Loslösung


Der Weg, auf dem der Mensch das falsche Selbstsein abtut und in das eigentliche hineinwächst, ist jener, den die Meister des inneren Lebens die Loslösung nennen. Der Heilige ist jener, in welchem das erste Selbst ganz überwunden und das zweite frei geworden ist. Dann ist der Mensch einfach da, ohne sich zu betonen. Er ist mächtig, ohne sich anzustrengen. Er hat kein Begehren mehr und keine Angst. Er strahlt aus. Um ihn her treten die Dinge in ihre Wahrheit und ihre Ordnung ... Der Mensch ist offen geworden für Gott. Und, wenn man es so ausdrücken kann: durchlässig für Gott. Er ist »Türe«, durch welche Seine Macht in die Welt einströmen, Wahrheit und Ordnung und Frieden schaffen kann.

Romano Guardini

1. Oktober 2011

"Aus Liebe leben"

Am Abend der Liebe, ohne Gleichnis redend, Sprach Jesus: 'Wenn jemand mich lieben will Sein ganzes Leben lang, so daß er mein Wort bewahrt, Werden mein Vater und ich kommen, ihn zu besuchen. Und wenn er sein Herz zu unserer Bleibe macht, Werden wir, wenn wir zu ihm kommen, ihn immer lieben!...'
Wir wollen, daß er von Freude erfüllt bleibe In unserer Liebe!...'
Aus Liebe leben, das heißt, Dich selbst bewahren, Unerschaffenes Wort, Wort meines Gottes. Ach, Du weißt es, göttlicher Jesus, ich liebe Dich. Der Geist der Liebe entflamme mich mit Seinem - Feuer! Indem ich Dich liebe, ziehe ich den Vater an; Mein schwaches Herz bewahrt Ihn für immer. O Dreifaltigkeit, Du bist die Gefangene Meiner Liebe!....
Aus Liebe leben, das heißt, von Deinem Leben leben, Glorreicher König, Wonne der Auserwählten. Du lebst für mich, verborgen in einer Hostie. Ich möchte mich für Dich verbergen, o Jesus!
Für Liebende ist Einsamkeit nötig, Ein Herz-zu-Herz, das Nacht und Tag dauert. Allein Dein Blick macht meine Seligkeit aus. Ich lebe aus Liebe! Aus Liebe leben, heißt auf Erden nicht, Sein Zelt auf dem Gipfel des Tabor aufschlagen; Es heißt, mit Jesus Kalvaria besteigen; Es heißt, das Kreuz als  einen Schatz ansehen!... Im Himmel muß ich im Genuß leben; Dann wird die Prüfung für immer entflohen sein, Doch in der Verbannung will ich im Leiden Leben aus Liebe.
Aus Liebe leben, das heißt, geben ohne Maß, Ohne hienieden Lohn zu beanspruchen. Ach, ohne zu zählen, gebe ich und bin sicher, Daß man nicht rechnet, solange man liebt !... Dem göttlichen Herzen, das von Zärtlichkeit überströmt, Habe ich alles geschenkt... ich eile unbeschwert; Ich habe nichts mehr als meinen einzigen Reichtum: Leben aus Liebe.
Aus Liebe leben, das heißt, alle Furcht bannen, Jede Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit. Von meinen Sünden sehe ich keinerlei Spur; In einem Augenblick hat die Liebe alles verbrannt. Göttliche Ramme, du sehr süßer Schmelzofen! In deinem Feuer nehme ich meinen Aufenthalt, In deinen Gluten singe ich in Herzenslust: "Ich lebe aus Liebe !"  
Aus Liebe leben, das heißt, unaufhörlich weiterfahren Den Frieden, die Freude in alle Herzen säend. Geliebter Steuermann, die Liebe drängt mich, Denn ich sehe Dich in den Seelen meiner Schwestern
Sieh, die Liebe ist mein einziger Stern. In seiner Klarheit fahre ich dahin ohne Umweg. Ich habe meinen Wahlspruch auf mein Segel geschrieben: "Leben aus Liebe."
Aus Liebe leben, solange Jesus schlummert, Das schenkt die Ruhe auf den stürmischen Wellen.  O fürchte nicht, Herr, daß ich Dich wecke; Ich erwarte im Frieden das Ufer des Himmels...
Bald wird der Glaube seinen Schleier zerreißen. Meine Hoffnung ist, Dich eines Tages zu schauen. Die Liebe schwellt und treibt mein Segel. Ich lebe aus Liebe!...
Aus Liebe leben, das heißt, o mein göttlicher Meister Dich anzuflehen. Dein Feuer auszubreiten In die heilige und geweihte Seele Deines Priesters, Auf daß er reiner sei als ein Seraph des Himmels! Ach, verherrliche Deine unsterbliche Kirche, Jesus, sei nicht taub für meine Seufzer! Ich, ihr Kind, ich opfere mich für sie. Ich lebe aus Liebe.
Aus Liebe leben, das heißt, Dein Antlitz trocknen; Das heißt, den Sündern die Verzeihung erlängen. O Gott der Liebe! Daß sie in Deine Gnade zurückkehren
Und Deinen Namen für immer preisen.... Bis zu meinem Herzen erschallt die Gotteslästerung
Um sie zu tilgen, möchte ich immer singen: "Deinen heiligen Namen, ich bete ihn an und ich liebe ihn."  Ich lebe aus Liebe." 

9. August 2011

Menschliche Freiheit

“.....Das sahen wir schon: die Gnade muß zum Menschen kommen. Von sich aus kann er bestenfalls bis ans T or kommen, aber niemals sich den Eintritt erzwingen. Und weiter: sie kann zu ihm kommen, ohne daß er sie sucht, ohne daß er sie will. Die Frage ist, ob sie ihr Werk ohne Mitwirkung seiner Freiheit vollenden kann. Es schien uns, daß diese Frage verneint werden muß. Das ist ein schwerwiegendes Wort. Denn offenbar liegt darin, daß Gottes Freiheit, die wir Allmacht nennen, an der menschlichen Freiheit eine Grenze findet. Die Gnade ist der Geist Gottes, der sich zur Seele des Menschen herabsenkt. Sie kann darin keine Stätte finden, wenn sie nicht frei darin aufgenommen wird.....“

3. August 2011

JOHANNES-MARIA VIANNEY


„Es ist nicht nötig, viel zu sprechen, um gut zu beten... Man weiß, dass Jesus dort ist, im heiligen Tabernakel: Öffnen wir ihm unser Herz, freuen wir uns über seine heilige Gegenwart. Das ist das beste Gebet... Kommt zur Kommunion, meine Brüder, kommt zu Jesus. Kommt, um von ihm zu leben, damit ihr mit ihm leben könnt... Es stimmt, dass ihr dessen nicht würdig seid, aber ihr habt es nötig!“


Der hl. Pfarrer von Ars


Hier gibts noch mehr von ihm

15. Juli 2011

Ort der Gnade

An diesem Punkt ist es vielleicht nützlich zu sagen, daß es auch heute Anschauungen gibt, nach denen die ganze Geschichte der Kirche im zweiten Jahrtausend ein ständiger Niedergang gewesen sei; einige sehen den Niedergang schon sofort nach dem Neuen Testament. In Wirklichkeit »Opera Christi non deficiunt, sed proficiunt«, gehen die Werke Christi nicht zurück, sondern schreiten voran. Was wäre die Kirche ohne die neue Spiritualität der Zisterzienser, der Franziskaner und Dominikaner, ohne die Spiritualität der hl. Teresa von Avila und des hl. Johannes vom Kreuz, und so weiter? Auch heute gilt dieser Satz: »Opera Christi non deficiunt, sed proficiunt«, sie schreiten voran. Der hl. Bonaventura lehrt uns das Zusammengehen der notwendigen, auch strengen Unterscheidung des nüchternen Realismus und der Öffnung für neue Charismen, die von Christus seiner Kirche im Heiligen Geist geschenkt werden. Und während sich diese Vorstellung vom Niedergang wiederholt, gibt es auch die andere Vorstellung, nämlich diesen »spiritualistischen Utopismus«, der sich wiederholt. Wir wissen in der Tat, wie einige nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil davon überzeugt waren, daß alles neu wäre, daß es da eine andere Kirche gäbe, daß die vorkonziliare Kirche zu Ende wäre und wir eine andere, eine völlig »andere« Kirche haben würden. Ein anarchischer Utopismus! Und Gott sei Dank haben die weisen Steuermänner des Schiffes Petri, Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II., einerseits die Neuheit des Konzils und andererseits gleichzeitig die Einzigkeit und Kontinuität der Kirche verteidigt, die immer Kirche der Sünder und immer Ort der Gnade ist.


Papst Benedikt XVI

22. Januar 2011

Hl. Eucharistie leben

Hl. Damian de Veuster
Durch die eucharistische Einheit geschieht zugleich die engste Verbindung mit Gott und mit den Menschen. Man kann nicht in dieser inneren und lebendigen Gemeinschaft mit Christus sein und sich dann auf eine Art und Weise verhalten, die dem Verhalten Jesu zu Gott und zu den Menschen entgegengesetzt ist.

17. Januar 2011

Zölibat - Geschichte

Nachdem Johannes über den Zölibat geschrieben, möchte ich die Gelegenheit nützen, und auf einen Vortrag aufmerksam machen, den ich zwar noch nicht bis zum Ende gehört habe, dessen Beginn mich aber doch sehr fasziniert hat. Die Geschichte der hl. Paula und des hl. Hieronymus waren mir auf diese Art erzählt neu. Bin auf das Ende gespannt.


"Der Zölibat gilt als eine der letzten Bastionen der römisch-katholischen Kirche, die bei uns mehrheitlich als unzeitgemäß betrachtet wird. Der in Köln und der Schweiz lebende Buchautor und ehemalige Dominikanermönch Hans Conrad Zander wirft einerseits die Frage auf, warum überhaupt der Zölibat als völlig "unrömisch" gegen die herrschende Familienkaste von "Papis" durch emanzipierte Frauen durchgesetzt wurde und wie andererseits der Blick in protestantische Pfarrhäuser verrät, dass auch das Leben als Pfarrersfamilie auf dem Präsentierteller höchst unangenehm sein kann. "

11. September 2010

Sorge für die Sterbenden

Wie allgemein bekannt (war), sind der Hl. Josef und der Hl. Erzengel Michael die Patrone der Sterbenden. An diese geistliche Unterstützung in der entscheidenden Stunde unserer Existenz will ich heute erinnern. Vor einigen Tagen fand ich "zufällig" diese Seite im Netz.


Die Josefs-Bruderschaft
wurde 1913 von Papst Pius X. auf Anregung des seligen Don Guanella in der Kirche des hl. Josef in Rom gegründet, um die ganze Christenheit zum Gebet für die Sterbenden aufzurufen. Diese Bruderschaft ist bereits über die ganze Erde verbreitet. In ihr geht es vor allem um das Gebet für die Sterbenden.
Nur dieses kleine Gebet ist morgens und abends zu verrichten:

"Hl. Josef, Nährvater Jesu Christi und wahrer Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria, bitte für uns und für die Sterbenden dieses Tages / dieser Nacht!"

3. September 2010

Heilsamer Fußtritt

Kardinal Sarto wohnte dem Begräbnis Leos XIII. bei und bemerkte beim Schluß der Handlung, wie ein Sanpietrino, einer der in der Peterskirche angestellten Arbeiter, um den Sarg ordnungsmäßig in die Nische hineinzuschieben, mit dem Fuß kräftig nachhalf. Da beugte sich Sarto seitlich zum päpstlichen Oberzeremonienmeister, der neben ihm stand, und flüsterte ihm zu: "Siehst du, Carletto, wie Päpste enden? Mit einem Fußtritt!"

Kurz darauf erfolgte seine Wahl. Kardinal Sarto verwandelte sich in Papst Pius X. Eines seiner ersten Worte an den Oberzeremonienmeister lautete:  "Denken wir täglich ans den Fußtritt!"

Am Tag seiner Krönung wurde er beim Einzug in die Peterskirche mit dröhnendem Beifall empfangen. Mit strengem Wink gab er der begeisterten Menge ein Zeichen, mit dem Klatschen  aufzuhören, und sagte dann: "Es ziemt sich nicht, daß man den Diener im Hause seines Herrn mit Beifall aufnimmt."