"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."

"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"

(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)

7. September 2010

Es wächst viel Brot in der Winternacht

Heute war ich neugierig und schaute nach, woher wohl der Titel von Ida Friedericke Görres´s Buch "Im Winter wächst das Brot" stammt. Und dieses Gedicht, das gut zu ihrem Buch paßt, war das Ergebnis. 

In der Winternacht 

Es wächst viel Brot in der Winternacht, 
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat; 
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht, 
Spürst du, was Gutes der Winter tat. – 
Und deucht die Welt dir öd und leer, 
Und sind die Tage dir rauh und schwer: 
Sei still und habe des Wandels acht: 
Es wächst viel Brot in der Winternacht. 

Friedrich Wilhelm Weber

in persona Christi

Von Mitleid bewegt, hat der Herr das Wort Gottes ausgelegt - er selbst ist das Wort Gottes - und Orientierung gegeben. Das ist die Aufgabe von „in persona Christi", die dem Priester zu Eigen ist, die Funktion, in der Verwirrung, in der Orientierungslosigkeit unserer Zeit das Licht des Wortes Gottes gegenwärtig zu machen: das Licht, das Christus selbst in dieser unserer Welt ist.


Der Priester lehrt somit keine eigenen Vorstellungen, keine Philosophie, die er selbst erfunden oder gefunden hat oder die ihm gefällt; der Priester spricht nicht „aus sich heraus", er spricht nicht „für sich", um sich Bewunderer oder eine eigene Anhängerschaft zu sammeln. Er spricht nicht von eigenen Dingen, von eigenen Erfindungen, sondern in der Verwirrung aller Philosophien lehrt der Priester im Namen des gegenwärtigen Christus, er legt die Wahrheit vor, die Christus selbst ist, sein Wort, seine Art zu leben, seine Art, voranzugehen.

Für den Priester gilt, was Christus über sich selbst gesagt hat: „Meine Lehre stammt nicht von mir" (Joh 7,16); Christus also schlägt nicht sich selbst vor, sondern er ist als Sohn die Stimme, das Wort des Vaters. Auch der Priester muss immer so handeln: „Meine Lehre stammt nicht von mir, ich verbreite nicht meine Vorstellungen oder was mir gefällt, sondern ich bin Mund und Herz Christi und lasse diese einzige und gemeinsame Lehre gegenwärtig werden, die die universale Kirche geschaffen hat und die ewiges Leben erzeugt".

Diese Tatsache, dass der Priester keine eigenen Ideen erfindet, schafft und verkündigt, insofern die Lehre, die er verkündet, nicht von ihm stammt, sondern von Christus, bedeutet andererseits nicht, dass er neutral wäre, gleichsam ein Sprecher, der einen Text liest, den er sich vielleicht nicht zu Eigen macht. Auch in diesem Fall gilt das Vorbild Christi, der gesagt hat: Ich bin nicht von mir und ich lebe nicht für mich, sondern ich komme vom Vater und lebe für den Vater. Daher ist in dieser tiefen Identifizierung die Lehre Christi die Lehre des Vaters, und er selbst ist eins mit dem Vater. Der Priester, der das Wort Christi verkündigt, den Glauben der Kirche und nicht seine eigenen Ansichten, muss auch sagen: Ich lebe nicht aus mir und für mich, sondern ich lebe mit Christus und aus Christus, und deshalb wird das, was Christus uns gesagt hat, mein Wort, auch wenn es nicht meines ist. Das Leben des Priesters muss sich mit Christus identifizieren, und auf diese Weise wird das nicht Wort, das nicht ihm eignet, dennoch ein zutiefst persönliches Wort. Zu diesem Thema hat der heilige Augustinus über die Priester gesagt: „Wir Priester - was sind wir? Diener Christi, seine Knechte; denn was wir an euch austeilen, gehört nicht uns, sondern wir entnehmen es seinem Vorratsraum. Und auch wir leben davon, da wir Knechte sind wie ihr" (Rede 229/E,4).


6. September 2010

Demokratischer Terror

Alltag in den Favelas

In Brasilien wollten die Kommunisten in den 60er Jahren ein zweites Paradies nach dem kubanischen Prinzipien aufbauen, was eine viel geschmähte Militärdiktatur verhindert hat. Danach wurde das kommunistische Gedankengut via Befreiungstheologie unters Volk gebracht. Es kam soweit, daß ein Großteil der Katholiken traditionell PT (Kommunistische Arbeiterpartei) wählten und noch wählen. 

Zwei Fliegen mit einem Schlag: die Kirche verlor dadurch ihre Identität, weitgehend, und erholt sich von diesem Schlag erst ganz langsam und die Kommunisten kamen langsam, aber sicher an die Macht. Das Ergebnis ist Lula, ein Präsident, der seine Macht auf die große, arme und ungebildete Masse stütz.

Parallel dazu wuchs die Drogenguerilla, welche die Kommunisten finanziert. Eine schöne Symbiose. Nur daß alles mittlerweile außer Kontrolle geraten ist. Die Favelas sind ein Staat im Staat. Rein kommt, wem sie es erlauben - oder Du kommst rein, aber nie wieder heraus. Und die Polizei? Schaut mal den Film Tropa de Elite an.


Genug der Zeitgeschichte.

Soweit kann es kommen



Muß man dazu noch was sagen?

5. September 2010

Catena aurea - ad fontes


Heute in der Heiligen Messe fiel mir beim anhören der Predigt die catena aurea des Hl. Thomas von Aquin ein. Für die geistliche Lesung und das bessere Verständnis des Evangeliums eignet sie sich ausgezeichnet. Auch sieht man in ihr, wie facettenreich die Heilige Schrift ausgelegt werden kann.

4. September 2010

Verschwendung

“Was hat es auf sich mit dem Gläserwefen? Es ist ein Hinschleudern und Hinverschwenden, es ist die Absage an den menschlichen Wunsch, sich selber zu sparen und alles Seinige zu erhalten. “

W. Bergengruen: Der Dritte Kranz, S. 685

3. September 2010

Homo fugit velut umbra

Zur Abwechslung Musik vom Feinsten, voller Leben und Weisheit - soweit ich den Inhalt verstehe.  Mein Italienisch ist recht unvollkommen. Wem es ähnlich geht genieße die Melodie - wenn gleich beides zusammen das Kunstwerk ausmachen. Den Text gibt es hier.


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Marco Beasley, I'Arpeggiata und Christina Pluhar sind die Interpreten.