"Minimum quod potest haberi de cognitione rerum altissimarum, desiderabilius est quam certissima cognitio, quae habetur de minimis rebus."

"Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen"

(Thomas von Aquin: I, 1, 5 ad 1)

9. Oktober 2010

Fettnäpfchen

Gerade bei sensuum defectui wegen des Engelwerkes gelesen. Da bin ich wohl mit meinem Beitrag über die Hl. Engel ins Fettnäpfchengetreten??


Fand eigentlich jemand das Gebet oder das Material im angegebenen link so häretisch und unkatholisch? Zumindest gabs keine Kommentare diesbezüglich.

Beistand und Tröster


„Mein Gott und Tröster, ich erkenne Dich als den Spender der großen Gabe, durch die wir allein ge­rettet werden können, der übernatürlichen Liebe. Der Mensch ist von Natur blind und unzugänglich für alle geistlichen Dinge. Wie kann er den Himmel erlangen? Durch die Flamme Deiner Gnade, die ihn verzehrt, um ihn neu zu gestalten, ist er imstande, sich an dem zu erfreuen, wofür ihm sonst der Sinn fehlt. Du, all­mächtiger.Tröster, bist und warst die Kraft, Stärke und Standhaftigkeit der Martyrer inmitten ihrer Qualen. Du bist der Beistand des Bekenners in seinen langen, lästigen und demütigenden Mühen. Du bist das Feuer, wodurch der Glaubensbote bei seiner harten Missionstätigkejt Seelen gewinnt und sich selbst vergißt. Durch Dich werden wir vom Tode der Sünde aufgeweckt, um die Vergötzung von Geschöpfen einzutauschen gegen die reine Liebe zum Schöpfer. Du hilfst uns, Akte des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und Reue zu er­wecken. Durch Dich leben wir in der Welt und blei­ben doch vor ihrer Ansteckung bewahrt. Du befähigst uns, daß wir uns dem heiligen Dienste weihen und un­sere erhabenen Pflichten in ihm erfüllen. Durch das Feuer, das Du in uns entzündest, pflegen wir Gebet und Meditation und tun Buße. Sowenig unser Leib leben könnte, wenn die Sonne erloschen wäre, so wenig unsere Seele, wenn Du ihr fern bist.“ 

BEATI IOANNIS HENRICI NEWMAN


Deus, qui beátum Ioánnem Henrícum, presbýterum, lumen benígnum tuum sequéntem pacem in Ecclésia tua inveníre contulísti, concéde propítius, ut, eius intercessióne et exémplo, ex umbris et imagínibus in plenitúdinem veritátis tuae perducámur. Per Dominum nostrum.

Gott, du hast dem seligen Priester Johannes Heinrich die Gnade geschenkt, deinem gütigen Licht zu folgen und in deiner Kirche Frieden zu finden; gewähre uns, dass wir auf seine Fürsprache und durch sein Beispiel aus Schatten und Bildern zur Fülle deiner Wahrheit geführt werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.

7. Oktober 2010

Rosenkranz - homo ludens

Es mag vielleicht an den Haaren herbeigezogen erscheinen, aber der Rosenkranz ist doch wesentlich ein betrachtendes Gebet der Heilsmysterien. So scheint mir der Text zum Fest passend.

"Eile rasch heim in dein Haus, dort erheitere dich, dort spiele und tu, was dir in den Sinn kommt" Sirach 32, 15 (Vulgata)

"... Es hat die Pflege der Weisheit diesen einen Vorzug, daß sie bei ihrem Vollzug sich sozusagen selbst genügt. In äußeren Dingen nämlich bedarf der mensch der Hilfe gar vieler Dinge. Aber in der Schau der Weisheit ist er um so schöpferischer, je einsamer er nur bei sich selbst verweilt. Darum ruft der Weise  im oben genannten Vorspruch den Menschen zu sich selbst heim ...  ‚Und dort spiele‛, sagt er. Hier bedenke, daß die Schau der Weisheit trefflich mit dem Spiel verglichen wird. Und dies um zweier Dinge willen, die man im Wesen des Spiels finden mag: erstens, weil das Spiel erfreut, die Schau der Weisheit aber die tiefste Freude in sich birgt; zweitens, weil das spielende Tun nicht auf ein anderes hin zielt, sondern um seiner selbst willen gesucht wird. Und eben dies erfüllt sich auch in der Freude der Weisheitschau. Darum vergleicht selbst die Ewige Weisheit ihre Freude mit dem Spiel: ‚Da ward ich sein Entzücken Tag für Tag, und ich spielte vor ihm zu aller Zeit (Prov. 8, 30)".

Thomas von Aquin: Expositio super Boethium De hebdomadibus (bei Hugo Rahner: Der spielende Mensch, Einsiedeln 1983, S.7).

4. Oktober 2010

Der Sonnengesang


Höchster, allmächtiger, guter Herr, 
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
 und jeglicher Segen.
 Dir allein, Höchster, gebühren sie,
 und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, 
mit allen deinen Geschöpfen,
 zumal dem Herrn Bruder Sonne; 
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
 Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
 dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist du, mein Herr,
 durch Schwester Mond und die Sterne;
 am Himmel hast du sie gebildet,
 hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
 durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
 und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
 durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, 
durch Schwester Wasser,
 gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, 
durch Bruder Feuer, 
durch das du die Nacht erleuchtest;
 und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
 durch unsere Schwester, Mutter Erde,
 die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt 
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
 durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen 
und Krankheit ertragen und Drangsal.
 Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
 denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist du, mein Herr,
 durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; 
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. 
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben. 
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden, 
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
 und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

2. Oktober 2010

Weihe an die hl. Engel

Das Gebet fand ich heute Morgen auf diese interessanten Seite, wo es noch mehr Lesens- und Bedenkenswertes rund um das Leben mit den hl. Engeln gibt, eine Realität, die mehr als vernachlässigt ist. Aber da es nach so manchem Theologen keine bösen Geister gibt, wieso auch gute. Ich jedenfalls halte mich an die Hl. Schrift und die Tradition der Kirche.


Ihr heiligen Engel Gottes, vor dem Angesicht des Dreieinigen Gottes und in der Liebe meines Herrn und Erlösers Jesus Christus will ich armer Sünder, N.N., heute mit Euch, Seinen Dienern, ein Bündnis schließen, um mich in Gemeinschaft mit Euch zur Ehre Gottes und für das Kommen Seines Reiches in Demut und Starkmut einzusetzen. Deshalb bitte ich inständig um Euren Beistand, besonders

- in der ehrfürchtigen Anbetung Gottes und des Heiligsten Altarsakramentes,
- in der Betrachtung des Wortes und der Heilstaten Gottes,
- in der Nachfolge Christi und in der Liebe zu Seinem Kreuz im Geist der Sühne,
- in der treuen Erfüllung meiner Sendung in der Kirche, dienend nach dem Vorbild meiner himmlischen Mutter Maria, Eurer Königin.

Und Du, mein guter Schutzengel, der Du stets das Angesicht unseres Vaters im Himmel schaust, Dir hat Gott mich von Anbeginn meines Lebens anvertraut. Von Herzen danke ich Dir für Deine liebevolle Fürsorge. Dir übergebe ich mich und verspreche Dir meine Liebe und Treue.
Ich bitte Dich, schütze mich gegen meine eigene Schwachheit und gegen die Angriffe der bösen Geister; erleuchte meinen Geist und mein Herz, um den Willen Gottes immer zu erkennen und zu erfüllen; und führe mich zur Vereinigung mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

Wegbegleiter

Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.
Achte auf ihn und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig. Wenn du auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann werde ich der Feind deiner Feinde sein und alle in die Enge treiben, die dich bedrängen.
Ex 23, 20-22